Zum Inhalt
Spritrechner

Sprit sparen beim Fahren

Mit sparsamer Fahrweise lassen sich bis zu 20 % Kraftstoff sparen, im Alltag sind 10–15 % realistisch. Bei 15.000 km im Jahr, 7,5 l/100 km und 2,15 € je Liter sind das 240–360 €. Die größten Hebel sind Tempo und Luftwiderstand, die billigsten Reifendruck und ausgeräumter Kofferraum.

Wirkung der Maßnahmen in Euro je 1.000 km

Basis: 7,5 l/100 km und 2,15 €/l, also 161,25 € je 1.000 km. Die Wirkung gilt nur auf den Kilometern, auf denen die Ursache auftritt.
Maßnahme oder UrsacheWirkung auf den VerbrauchEuro je 1.000 km
100 statt 120 km/hrund 15 % weniger24,19 € gespart
Vorausschauend fahren in der Stadt10–20 % weniger16,13–32,25 € gespart
Dachbox oder Träger auf der Autobahn10–20 % mehr16,13–32,25 € mehr
Klimaanlage0,5–1 l/100 km mehr10,75–21,50 € mehr
100 kg Zuladung0,3–0,5 l/100 km mehr6,45–10,75 € mehr
0,5 bar zu wenig Reifendruckbis zu rund 5 % mehr8,06 € mehr

Liegen 30 % der Jahresstrecke auf der Autobahn, wirkt ein Tempo von 100 km/h nur auf diesen 30 %. Die eigene Wirkung lässt sich am besten mit der Volltank-Methode messen: eine Tankfüllung wie gewohnt, eine mit geänderter Fahrweise, dann vergleichen. Wie das geht, steht unter Spritverbrauch berechnen.

Tempo auf der Autobahn

Ab etwa 80 km/h ist der Luftwiderstand der größte Posten im Verbrauch. Er wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit: Bei 120 km/h ist die Widerstandskraft 44 % höher als bei 100 km/h, bei 160 km/h 156 % höher. Weil der Kraftstoffbedarf je Kilometer dieser Kraft folgt, steigt der Verbrauch über 130 km/h steil an. Nach Angaben des Umweltbundesamts spart 100 statt 120 km/h rund 15 % Kraftstoff, beim Elektroauto ebenso viel Strom.

300 km Autobahn mit 7,5 l/100 km bei Tempo 120 und 6,4 l/100 km bei Tempo 100: Die Differenz beträgt rund 3,4 l oder 7,26 € bei 2,15 €/l. Die Fahrzeit steigt rechnerisch von 2:30 auf 3:00 Stunden.

Früh hochschalten, niedrige Drehzahl

Ein Motor arbeitet am effizientesten bei niedriger Drehzahl und mittlerer bis hoher Last. Im niedrigen Gang mit hoher Drehzahl verbraucht er bei gleichem Tempo spürbar mehr, weil Reibung und Ladungswechsel mit jeder Umdrehung Energie kosten.

Bei Automatikgetrieben übernimmt der Eco-Modus das frühe Hochschalten. Die Schaltempfehlung im Display der meisten Schaltwagen zeigt den sparsamsten Gang an.

Reifendruck und Rollwiderstand

Ein Reifen mit zu wenig Druck walkt stärker, erwärmt sich und erhöht den Rollwiderstand. 0,5 bar unter Sollwert kosten bis zu rund 5 % mehr Kraftstoff, verlängern den Bremsweg und lassen den Reifen schneller verschleißen. Reifen verlieren auch ohne Schaden etwa 0,1 bar pro Monat.

  1. Reifen kalt prüfen, nach höchstens 3 km Fahrt. Warme Reifen zeigen 0,2–0,3 bar mehr.
  2. Sollwert im Tankdeckel, an der B-Säule der Fahrertür oder im Handbuch ablesen. Für volle Beladung gilt der höhere Wert.
  3. Alle vier Reifen anpassen, Reserverad nicht vergessen.
  4. Monatlich und vor langen Fahrten wiederholen.

Den Druck über den Sollwert zu erhöhen, um zu sparen, ist nicht sinnvoll: Der Gewinn ist klein, Haftung und Komfort sinken. Mehr bringt die Reifenwahl. Das EU-Reifenlabel ordnet den Rollwiderstand in Klassen von A bis E; zwischen A und E liegen bei einem Satz Reifen bis zu rund 0,5 l/100 km. Winterreifen haben einen höheren Rollwiderstand als Sommerreifen und sollten nach der Saison gewechselt werden.

Dachbox, Fahrradträger und Zuladung

Alles auf dem Dach vergrößert die Stirnfläche und stört die Luftströmung. Auf der Autobahn erhöhen Dachbox und Träger den Verbrauch um 10–20 %, auch leer. Fahrräder auf dem Dach kosten deutlich mehr als dieselben Räder auf einem Heckträger, weil sie voll im Fahrtwind stehen.

AufbauWirkungWas hilft
Dachbox10–20 % mehr auf der Autobahnnach der Reise abnehmen, schwere Teile in den Kofferraum
Leerer Grundträgerspürbar mehr, besonders mit Querrillenabnehmen, wenn er wochenlang nicht gebraucht wird
Fahrräder auf dem Dachstärkster Mehrverbrauch aller AufbautenHeckträger an der Anhängerkupplung nutzen
Heckträger mit Räderngeringer als auf dem Dachohne Räder zusammenklappen oder abnehmen
100 kg Zuladung0,3–0,5 l/100 km mehrKofferraum regelmäßig ausräumen

Gewicht wirkt vor allem beim Beschleunigen und bergauf, also im Stadtverkehr und im Gebirge. Getränkekisten, Werkzeug, Kinderwagen oder Sportausrüstung, die dauerhaft mitfahren, summieren sich schnell auf 30–50 kg. Für Urlaubsfahrten mit Dachbox, Anhänger oder Wohnwagen steht der Mehrverbrauch unter Urlaubsfahrt mit dem Auto.

Klimaanlage, Sitzheizung und offene Fenster

Jeder elektrische Verbraucher im Verbrenner wird über die Lichtmaschine aus Kraftstoff gespeist. Die Klimaanlage treibt zusätzlich den Kompressor an und ist damit der größte Einzelverbraucher.

VerbraucherMehrverbrauchSinnvoller Einsatz
Klimaanlage0,5–1 l/100 km, in der Stadt mehrbei Hitze und Autobahntempo mit geschlossenen Fenstern
Offene Fensterwächst mit dem Tempo durch Luftwiderstandnur bei niedrigem Tempo in Stadt und Ort
Sitzheizunggering, je Sitz etwa 50–100 Wstatt Gebläse auf voller Stufe, abschalten, sobald es warm ist
Heckscheibenheizunggering, etwa 150–250 Wnur bis die Scheibe klar ist
Standheizung mit Kraftstoffrund 0,2–0,5 l je Stundebei kurzen Wegen im Winter, ersetzt Kaltstartverbrauch nur teilweise

Die Faustregel lautet: bei niedrigem Tempo Fenster auf, bei hohem Tempo Klimaanlage an und Fenster zu. Ein aufgeheiztes Auto zuerst eine Minute mit offenen Fenstern lüften, dann schließen und die Klimaanlage im Umluftbetrieb nutzen; das senkt die Kühlleistung, die der Kompressor erbringen muss. 22 °C innen reichen auch bei 35 °C außen, tiefere Werte kosten mehr Energie.

Kurzstrecken und kalter Motor

Ein kalter Motor verbraucht auf dem ersten Kilometer oft das Doppelte bis Dreifache seines betriebswarmen Werts. Das Öl ist zäh, die Reibung hoch, und das Steuergerät reichert das Gemisch an, damit Motor und Katalysator schnell warm werden. Erst nach 4–8 km ist ein Verbrenner im Winter betriebswarm. Wer viele Fahrten unter 5 km macht, misst deshalb leicht 2–3 l/100 km mehr als auf Langstrecke.

Kurzstrecken schaden auch dem Motor: Kondenswasser und Kraftstoff gelangen ins Öl, die Batterie wird nicht voll geladen. Ein Elektroauto hat dieses Problem nicht, verbraucht im Winter aber durch die Heizung des Innenraums und der Batterie 15–30 % mehr.

Motor aus an Ampel und Schranke

Im Leerlauf verbraucht ein Benziner mit 1,5 bis 2 l Hubraum etwa 0,6–1 l pro Stunde. Ein Neustart des betriebswarmen Motors kostet so viel Kraftstoff wie wenige Sekunden Leerlauf. Abstellen lohnt sich deshalb ab einem Halt von etwa 20 Sekunden.

Bei 0,8 l/h kosten 60 Sekunden Stillstand 0,8 × 60 ÷ 3.600 = 0,013 l, bei 2,15 €/l also 2,9 Cent.

Wer an 250 Fahrtagen zehn solche Halte an Bahnübergang, Baustellenampel oder im Stau hat, kommt auf rund 42 Stunden Leerlauf und 33 l Kraftstoff, das sind gut 70 € im Jahr.

Die Start-Stopp-Automatik übernimmt das selbstständig, wenn sie nicht abgeschaltet ist. Sie arbeitet nur bei warmem Motor, ausreichend geladener Batterie und wenn Klima oder Heizung nicht viel Leistung brauchen. Anlasser und Batterie sind bei diesen Autos für häufige Starts ausgelegt. Bei Fahrzeugen ohne Automatik lohnt der Griff zum Schlüssel an Bahnschranken, langen Rotphasen und im stehenden Stau.

Was ein Liter weniger im Jahr bringt

Jede Einsparung lässt sich in l/100 km ausdrücken. Ein Liter weniger je 100 km ergibt bei der eigenen Jahresfahrleistung einen festen Betrag, egal ob er aus Tempo, Reifendruck oder ausgeräumtem Kofferraum stammt.

Ersparnis durch 1 l/100 km weniger bei 2,15 €/l Super E10; CO₂ mit 2,27 kg je Liter E10.
JahresfahrleistungLiter wenigerEuro im JahrCO₂ weniger
8.000 km80172,00 €182 kg
15.000 km150322,50 €341 kg
25.000 km250537,50 €568 kg
40.000 km400860,00 €908 kg

Die Wartung hält den erreichten Wert stabil: Ein verschmutzter Luftfilter, Motoröl mit falscher Spezifikation, eine verstellte Spur oder schleifende Bremsen verschlechtern den Verbrauch schleichend. Wer regelmäßig misst, bemerkt solche Veränderungen nach zwei, drei Tankfüllungen. Die eigene Ersparnis in Euro rechnet der Spritrechner aus, wenn man den alten und den neuen Verbrauch nacheinander einsetzt.